Ratgeber
Fristen und Vorlaufzeiten bei der SEPA-Basislastschrift
Zwischen dem Klick auf "Einziehen" und dem gesicherten Geldeingang liegen mehrere Fristen. Wer sie kennt, plant Einzüge und Liquidität verlässlicher.
Warum eine Lastschrift Zeit braucht
Anders als eine Kartenzahlung wird eine SEPA-Basislastschrift nicht in Sekunden autorisiert. Der Zahlungsempfänger reicht den Einzug ein, die Bank des Zahlers belastet das Konto zum Fälligkeitstag, und erst nach Ablauf der Rückgabefristen steht der Betrag endgültig fest. Bei einem Einzug über Lexware-Einzug übernimmt Stripe die Einreichung im Interbankenverkehr. Stripe gibt deshalb auch die Zeitpunkte vor, die Sie bei der Planung berücksichtigen müssen.
Im Folgenden ordnen wir die einzelnen Fristen in der Reihenfolge, in der sie im Ablauf auftreten: Vorabankündigung, Einreichung, Fälligkeit, Gutschrift und Rückgabe.
Vorlauf für die Vorabankündigung
Bevor Sie einziehen, sollte Ihr Kunde wissen, wann und in welcher Höhe sein Konto belastet wird. Der Standardvorlauf hierfür liegt bei 14 Kalendertagen, kann aber vertraglich verkürzt werden, etwa in Ihren AGB oder im Mandatstext. Aus Planungssicht ist die Vorabankündigung der erste Termin, den Sie festlegen müssen, weil sich alle weiteren Zeitpunkte daran anschließen. Details dazu finden Sie im Artikel Vorabankündigung bei der SEPA-Lastschrift.
Einreichungsfrist bei Stripe
Stripe reicht SEPA-Lastschriften nicht zu jeder Uhrzeit ein, sondern zu festen Zeitpunkten an Bankarbeitstagen. Ein Einzug, den Sie an einem Freitagabend oder an einem Feiertag auslösen, wird deshalb erst am nächsten Bankarbeitstag verarbeitet. Zwischen Einreichung und Belastung des Kundenkontos liegen nach dem SEPA-Regelwerk weitere Bankarbeitstage. Die genaue Anzahl der Tage hängt von den aktuellen Verarbeitungsregeln von Stripe ab und kann sich ändern. Verlassen Sie sich daher nicht auf Faustregeln, sondern ziehen Sie die aktuelle Dokumentation von Stripe zu SEPA-Lastschriften heran.
Für die Praxis bedeutet das: Wer einen Betrag zu einem bestimmten Datum auf dem Geschäftskonto haben möchte, muss vom gewünschten Eingang aus rückwärts rechnen. Wochenenden, bundesweite Feiertage und die Schließtage des Zahlungsverkehrssystems TARGET zählen dabei nicht als Bankarbeitstage.
Fälligkeit und Gutschrift
Der Fälligkeitstag ist der Tag, an dem die Bank Ihres Kunden das Konto belastet. Stripe meldet Lexware-Einzug daraufhin, dass die Zahlung erfolgreich war. Das Geld liegt dann aber zunächst in Ihrem Stripe-Guthaben. Die Auszahlung auf Ihr Geschäftskonto folgt nach dem in Ihrem Stripe-Konto eingestellten Auszahlungsrhythmus, was noch einmal einige Bankarbeitstage in Anspruch nehmen kann. Wie Sie diesen Eingang anschließend in Lexware Office erfassen, beschreibt der Artikel Eingezogene Lastschriften in Lexware Office verbuchen.
Rückgabefristen bei Widerspruch
Die SEPA-Basislastschrift räumt dem Zahler ein Erstattungsrecht ein. Liegt ein gültiges Mandat vor, kann der Kunde innerhalb von acht Wochen nach der Belastung ohne Angabe von Gründen die Erstattung verlangen. Fehlt ein gültiges Mandat oder wurde der Einzug nicht autorisiert, verlängert sich diese Frist auf 13 Monate. Beide Fristen sind im europäischen Zahlungsrecht und im SEPA-Regelwerk verankert und gelten nach unserer Einschätzung unabhängig davon, über welchen Dienstleister der Einzug läuft.
Für Ihre Planung heißt das: Ein erfolgreicher Status bei Stripe ist ein guter, aber noch kein endgültiger Hinweis. Erst nach Ablauf der acht Wochen ist eine autorisierte Lastschrift aus Sicht des Zahlers nicht mehr ohne Begründung rückholbar. Die 13-Monats-Frist verdeutlicht, warum ein vollständig erteiltes und dokumentiertes Mandat für jeden Kunden so wichtig ist. Lexware-Einzug blockiert Einzüge ohne hinterlegtes Mandat aus genau diesem Grund. Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine rechtliche Prüfung des Einzelfalls.
Terminierte Einzüge in Lexware-Einzug planen
Lexware-Einzug bietet neben dem sofortigen Einzug die Möglichkeit, einen Einzug auf einen künftigen Werktag zu terminieren. So können Sie die Vorabankündigung heute versenden und den Einzug automatisch zu dem Zeitpunkt auslösen lassen, an dem der angekündigte Vorlauf abgelaufen ist. Die Anwendung übergibt den Einzug dann am gewählten Tag an Stripe. Ab diesem Moment gelten die oben beschriebenen Einreichungs- und Verarbeitungszeiten von Stripe.
- 1
Eingangsdatum festlegen
Bestimmen Sie, wann der Betrag spätestens auf Ihrem Geschäftskonto sein soll, etwa zum Monatsende.
- 2
Rückwärts rechnen
Ziehen Sie den Auszahlungsrhythmus von Stripe und die Bankarbeitstage bis zur Belastung ab. Das Ergebnis ist der späteste Einreichungstag.
- 3
Vorabankündigung einplanen
Setzen Sie den Versand der Ankündigung so, dass der vereinbarte Vorlauf vor dem Einreichungstag eingehalten wird.
- 4
Einzug terminieren
Legen Sie in Lexware-Einzug das Einzugsdatum fest und aktivieren Sie bei Bedarf die automatische Vorabankündigung per E-Mail.
Für wiederkehrende Abläufe, etwa monatliche Wartungsverträge oder Mitgliedsbeiträge, lohnt es sich, diese Rechnung einmal durchzuführen und den Rhythmus anschließend beizubehalten. Ein fester Einzugstag erleichtert zudem Ihren Kunden die Kontoplanung und reduziert Rücklastschriften wegen fehlender Deckung.
Die genannten Zeiträume beruhen auf dem SEPA-Regelwerk und den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bekannten Abläufen bei Stripe. Beide Quellen können sich ändern. Prüfen Sie die Angaben daher vor der ersten Terminplanung in Ihrem Stripe-Konto und bei Unsicherheiten mit Ihrer rechtlichen Beratung.